Warum juckt die kopfhaut wenn man müde ist

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Juckreiz abends und nachts: Was steckt hinter Pruritus?

Erstellt: 12.09.2022, 09:01 Uhr

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Chronischer Juckreiz, Pruritus genannt, kann die Folge verschiedener Erkrankungen sein. Welche sind das und wie lässt sich Pruritus behandeln?

Münster – Sie kratzen und kratzen und kratzen, bis die Haut wund wird? Und das gefühlt rund um die Uhr, auch nachts? Dann leiden Sie möglicherweise an einer sogenannten Pruritus. Wenn die Haut länger als sechs Wochen unentwegt juckt, spannt und brennt, sprechen Ärzte von chronischem Juckreiz. Betroffene stehen oft unter enormem Leidensdruck: Die Haut juckt, doch die Haut selbst ist nicht die Ursache. Wie Universitäts-Professorin Sonja Ständer, Leiterin des Kompetenzzentrums Pruritus in Münster, weiß, ist der Grund für den anhaltenden Juckreiz nicht selten woanders im Körper zu suchen.

Chronischer Juckreiz abends und nachts: Was steckt hinter Pruritus?

Grundsätzlich fängt Haut zu jucken an, sobald bestimmte Nervenfasern durch die Botenstoffe Histamin und Serotonin erregt werden. Mechanische Reize, Nahrungsmittel, Gifte oder Temperaturschwankungen können ebenfalls zu Juckreiz führen, wenn vermehrt das Gewebehormon Histamin ausgeschüttet wird.

In Deutschland leiden Millionen Menschen unter Pruritus. In vielen Fällen wird der Grund für den chronischen Juckreiz sehr spät oder sogar gar nicht erkannt.

Warum juckt die kopfhaut wenn man müde ist

Häufig leiden Patienten mit Neurodermitis an zusätzlichen Hauterkrankungen (Symbolbild). © imago images / Panthermedia

Chronischer Juckreiz: Ursache können Erkrankungen sein

Wichtig ist zunächst, Ihrem behandelnden Arzt ganz genau zu beschreiben, wo und wann es juckt. Dies kann helfen, der Ursache auf den Grund zu gehen. So unterschiedlich sich Juckreiz für Betroffene anfühlt, so unterschiedlich können die Ursachen sein.

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Entzündungen, Medikamente, Allergien, Parasiten, Neurodermitis, Diabetes, Tumore, Erkrankungen der Leber, Galle oder Nieren sowie neurologische Störungen, selbst ein Bandscheibenvorfall, können starken und langanhaltenden Juckreiz auslösen.

  • Juckreiz am Kopf kann durch trockene Kopfhaut, Pilzbefall oder lediglich eine Unverträglichkeit auf Shampoo ausgelöst werden.
  • Ausschließliches Jucken der Haut in der Nacht kann auf eine parasitäre Hautkrankheit, die Krätze (Skabies) hindeuten.
  • Jucken in der Halsfalte, der Leiste und den Achselhöhlen kann ein Indiz für ein Hodgkin Lymphom sein.
  • Starkes Jucken der Haut an der Fußsohle könnte die Ursache von Leberproblemen sein.
  • Juckreiz nach Kontakt mit Wasser kann ein Symptom für eine seltene Erkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark sein. Bei dieser vermehren sich die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) überdimensional.
  • Juckreiz an oder in der Nase deuten auf ein Ekzem hin, in sehr seltenen Fällen kann sogar ein Hirntumor dahinter stecken.
  • Unspezifischer Juckreiz an verschiedenen Stellen des Körpers können durch Störungen der Niere hervorgerufen werden oder Begleiterscheinung von Diabetes, einer HIV-Infektion oder sogar Multiple Sklerose sein.
  • Sogenannter cholestatischer Juckreiz kann auf Erkrankungen von Leber oder Galle, beispielsweise eine Gelbsucht (Ikterus), hinweisen. Dieses Jucken macht sich besonders in den frühen Abend- und Nachtstunden bemerkbar, häufig an den Fußsohlen und an den Innenflächen der Hände. Das Kratzen der juckenden Stellen bringt beim cholestatischen Juckreiz oft wenig Linderung, führt aber nicht selten zu Hautveränderungen wie Hautabschürfungen, wunden und blutigen Stellen, Krusten sowie Juckreizknötchen (Prurigo nodularis). Und diese sekundären Erscheinungen lösen erneut Juckreiz aus. Cholestatischer Juckreiz ist für die Betroffenen sehr belastend und führt mittelfristig zu Schlafstörungen und langfristig sogar zu Depressionen.

Dass diese Krankheiten und Begleitumstände Ursache für den Juckreiz sein könnten, solle unbedingt in die Diagnostik mit einfließen, so Prof. Ständer. *Merkur.de, fr.de und 24garten.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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